Eine junge Frau mit Behinderung schaut erstaunt in die Runde.
Eine junge Frau mit Behinderung schaut erstaunt in die Runde.
aus Heft 4/5/2016 – Projekt „MINCE“
Karin Kicker-Frisinghelli

Inklusion: Aufgabe der Gesellschaft

Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen sind in unserer Gesellschaft nach wie vor eine Gruppe, deren soziale Inklusion und gesellschaftliche Partizipation nicht als zufriedenstellend zu bewerten ist. Der Anspruch an Inklusion kann vor dieser Gruppe nicht enden. Nein, Inklusion wird sich an dieser Gruppe erst entscheiden, wie Fragner in der Einleitung zum Themenheft „Partizipation von schwerbehinderten Menschen“ (2015, S. 1) präzise feststellt.

Birte Müller mit ihrem Mann. Beide halten den kleinen Sohn Willi fest umschlungen im Arm.
Birte Müller mit ihrem Mann. Beide halten den kleinen Sohn Willi fest umschlungen im Arm.
aus Heft 4/5/2016 – Kolumne
Birte Müller

Willi-Therapie

In meinem Umfeld beobachte ich die Tendenz, dass Freunde – statt sich einmal ordentlich aufzuregen – ständig behaupten, an jeder noch so ätzenden Situation innerlich zu reifen. Eigentlich wundere ich mich, dass nicht schon alle ganz erleuchtet sind! Mit einem behinderten Kind müsste man dann bald ein Heiliger sein und nur noch durch die Gegend schweben vor lauter Möglichkeiten, an denen man seelisch wachsen kann. Tut man aber nicht. Ich stampfe sogar – ganz im Gegenteil – des Öfteren mit meinem Fuß auf den Boden, wenn mich mein Sohn nervt.

Karikatur von einem Grabstein am nichtkatholischen Friedhof in Rom
Karikatur von einem Grabstein am nichtkatholischen Friedhof  in Rom
aus Heft 4/5/2016 – Aus Grolls Skizzenbuch
Erwin Riess

Ein Grab in Rom

Ein Taxi hatte sie vom Bahnhof Roma Termini in das Testaccio-Viertel hinter dem Aventin gebracht. Herr Groll war sehr aufgeregt. Immer wieder sah er in seinen Unterlagen nach und als nach zwanzig Minuten Fahrt die Pyramide des römischen Volkstribuns Gaius Cestius in Sicht kam, bedeutete er dem Fahrer, er möge auf der Stelle anhalten. Außer der Pyramide, die mit ihren 36 Metern Höhe nicht weltbewegend sei, gebe es in diesem Viertel keine Sehenswürdigkeiten, hatte der Fahrer gemeint, ob er sie nicht zum Forum Romanum bringen solle?